Sicherlich wird euch hier das eine oder andere Mal ein Rezept für eine Salbe, die ganz konkrete Ölmischung, eine exakte "Vorschrift" für die Verwendung von Bachblüten oder Tinkturen fehlen.

Dass das so ist, hat einen ganz banalen Grund,der sich schon im Titel dieser Website wiederfindet... humans AND pets. Selbst wenn es möglich und sinnvoll wäre, ein ganz spezielles Präparat zu empfehlen, würde euch das ggf. in Bedrängnis bringen. Einerseits kann pauschal niemals ein Grund für ein Problem formuliert werden. Dass man mit Pfotenschuhen rauhen, rissigen Pfotenballen Hilfe leisten kann, ist das, was gern als Empfehlung herausgehen kann. Aber mit welcher Salbe zusätzliche Pflege erfolgt, ist schon so speziell, dass pauschale Hinweise euch Probleme bereiten können. Ein Inhaltsstoff einer Salbe kann gleichzeitig eurem Tier helfen, ist aber für eure Haut ein Allergen.

Ebenso bei ätherischen Ölen... sie werden als Duft(medizin) genutzt und haben, mehr als nur eine Wirkmöglichkeit. Allein Zitrusöle, die sehr wahrscheinlich in vielen Haushalten als Alltagsbegleiter gar nicht mehr hinterfragt sind, können dort für tierische Mitbewohner (Katzen) ein Problem werden, wenn sie dauerhaft und ohne Fluchtmöglichkeit für das Tier verwendet werden. Der Mensch müsste also ggf. in dieser "Wohngemeinschaft" über Alternativen der Nutzung nachdenken.

Oder im menschlichen Miteinander: Rosmarin fördert den Blutfluss, kann also gut bei Einreibungen an den Füßen zum Einsatz kommen... ggf. aber nicht bzw. nur mit größter Vorsicht bei Menschen, die Blutverdünner einnehmen.

Ein weiteres Beispiel: eurem Tier würde für ein Magenthema ein Fencheltee im Futter gut tun, aber Frauchen verträgt den Geruch nicht... also wäre Fenchel hier nie das Mittel erster Wahl.

Im Miteinander unter Menschen oder eben auch zwischen Mensch und Tier könnten unendlich viele weitere Beispiele angefäuhrt werden, in denen ein Mittel Fluch und Segen zugleich sein kann... ob Salbe, Teemischung, Öl, Tinktur oder auch Nahrungsergänzungs-oder eines Lebensmittel. Wir versuchen deshalb, eher die Zusammenhänge zu beleuchten, Hinweise auf Anwendungsverfahren zu geben, manchmal wenn möglich ein Hausmittel zu empfehlen. Wer wirklich sicher sein will und sein spezielles Thema gelöst haben möchte, braucht es spezifischer.

Dafür macht es Sinn, Kontakt zu uns aufzunehmen und wir erfragen die notwendigen Eckdaten, um euch ggf. einen Tipp geben zu können oder zu empfehlen, etwas genauer hinzuschauen, weil es für euch beispielsweise kontraproduktiv wäre, nur an einem Symptom zu arbeiten (während in anderen Fällen genau das erst einmal (als Einstieg) die beste Lösung ist).

Uns kommen in diesem Kontext auch schnell Nahrungsergänzungsmittel in den Sinn. Den nette Slogan EINES FÜR ALLES entkräftet allein schon die Natur durch die Fülle an Variationen (Pflanzen, Pilze, Mineralien und ihre Kombinationsmöglichkeiten) , die sie bereit hält. Natur und menschliche Natur unterscheiden sich hier deutlich.

Während der Mensch mittlerweile tatsächlich glaubt, viel helfe viel (all for one, ohne Feintuning), nutzt die Natur, was tatsächlich nötig ist. Sie strebt Balance an und wählt dazu aus der Fülle der Möglichkeiten genau das, was zu einer bestimmten Zeit, in einer bestimmten Menge und einem bestimmten Kontext Sinn macht. Nur ein abweichendes Element verhindert die Balance und würde deshalb zu einer anderen Wahl führen.

Dieses Verständnis von IN BALANCE kommen nutzen wir gern für unsere Arbeit und versuchen euch auf diesem Blog, ein Gespür zu vermitteln, das euch im Alltag immer handlungsfähiger macht, weil ihr Entscheidungen hinterfragen lernt, Zusammenhänge anderes betrachtet und häufiger abwägt, nachfragt, euch vergewissert und ggf. "das machen alle so"-Entscheidungen kritischer seht. Und dass das mehr Gewinn ist, als Verlust, obwohl es im ersten Augenblick nach Mehraufwand aussieht, merkt man schon im ersten Aha-Moment und man fragt sich, wieso man nicht schon eher.... und so:)

Konkreter wird es übrigens in Fallbeispielen, die wir dann und wann mit euch teilen werden. Zu beachten ist aber hier in jedem Fall, dass IHR keiner dieser Fälle seid und dass Entscheidungen, die in einem Fall die richtigen sind, in einem anderen eine sehr schlechte Idee. Wir werden sie nur nutzen, um euch zu zeigen, wie sehr alles miteinander schwingt, verbunden ist, aufeinander wirkt und wie wenig man etwas tut, ohne dass es Einfluss auf irgendetwas anderes hat.

Schon drüber nachgedacht?

Während die kalte Jahreszeit eine Menge Spaß bringen kann, gilt es doch im Leben mit Tieren einiges mehr zu bedenken. Wir haben euch als Gedankenstütze einige Themen zusammengestellt:

*Ernährung
*Futter möglichst anwärmen und warm füttern. Das gilt vor allem für Stalltieren /Pferden in Offenställen und Hunden/Katzen, die die meiste Zeit draußen sind.
*gute, hilfreiche Futterzusätze: Hagebutte, Beeren, Zistrose, Fenchel, rote Beete, Tee, Kurkuma, Honig... (auch super für den Menschen)
*Katzen: warmes Wasser mit einem Schuss warmer Milch (laktosefrei) wärmt Freigänger gut auf
*Pferde: Futter warm,Wasser warm (gefrorenes Wasser draußen... trinken zu wenig), (Kräuter)Tee oder Smoothie (Kräutertee Kümmel, Fenchel oder Anis und rote Beete)
*Schwarzkümmelöl (Hunde, Katzen, Pferde) oder Lachsöl (Hunde)

*Hundemantel
Hunden helfen (je nach Rasse, Typ und Dauer/Art des Aufenthaltes draußen) Hundemäntel. Wer sich unangenehm belächelt fühlt, wenn er sich für sein Tier aus persönlichen Gründen dafür entscheidet, darf und sollte gern erklären, wieso das sinnvoll ist. Vielleicht wird das Ganze irgendwann dann so normal wie die Mütze auf dem Kopf wenig behaarter Menschen, lange bevor andere sie tragen?
Wer effektiv denken will,nutzt den Lagenlook... Regenmäntel und dünnere Hundemäntel aus Fleece bringen euch gut durch die Übergangszeit und können auch einzeln genutzt werden. Ein Regenmantel tocknet in der Regel super schnell und kann auch als zusätzlicher Schutz über dem Wintermantel helfen, wenn es draussen taut und fies dreckig wird. (Es gibt da so tierische Zeigenossen, die förmlich auf jede Gelegenheit warten...)
Bekleidung bei Tieren zu hinterfragen macht vorrangig dann Sinn, wenn diese das Tier behindert, einengt, es in seiner (Körper)Wahrnehmung stört oder ein Tier sich prinzipiell dagegen wehrt.

*Pfotenschuhe
Streusalz und Splitt können Schaden an den Pfoten eurer Hunde/Katzen anrichten. Verletzungen an den Pfotenballen können in Infektionen enden, Splitt kann mechanisch reizen/zwischen den Zehen reiben.

Ihr erkennt mögliche Probleme an vermehrtem Lecken der Pfoten oder einem seltsamen Gang. Bei Letzterem ist ein Abbruch des Spazierganges eigentlich Pflicht, wenn die Ursache nicht sofort beseitigt werden kann.

Zu Hause wäre Folgendes denkbar: Pfoten mit warmem Wasser spülen, mechanische Teile entfernen (auch zwischen den Zehen kontrollieren), Pfoten trocknen und mit einem Pfotenbalsam oder Melkfett pflegen (in Maßen,weil Hornhaut wichtig ist).

Bei anfälligen Tieren, Leben in Städten, längeren Spaziergängen oder prinzipiell langen Strecken können Pfotenschuhe eine sehr hilfreiche Sache sein. Auch die Buddler unter den Hunden könnten ggf. davon abgehalten werden,in frostharter Erde zu graben, wenn sie sich dadurch verletzen. Wie immer gilt die Verhältnismäßigkeit... nicht alles gilt für alle Tiere.

*chemische Gefahren
*Frostschutzmittel (schmeckt süß), Streusalz, Enteiser und Co. können bei Tauwetter zum Problem werden... Pfützenschlecken, das eh problematisch ist, sollte im Winter besonders dort, wo Winterdienst betrieben wird, komplett tabu sein.

Auch Schneebälle, die manche Hunde gern fangen und fressen, enthalten alles, was sich im Schnee (Strassenränder) so ablagert. Ab und an auf Wiesen oder im Wald macht ein solches Spielchen aber dennoch riesig Spaß.*Streusalz, Enteiser

*Glätte
A
uch Hunde können ausrutschen. Ein plötzlicher Sprint bei Hundebegegnungen, ein Hüpfer bei einem Schreck, ein Spurt über einen gefrorenen Teich... all das führt nicht nur beim Menschen zu Zerrungen und Co. Das Allradprinzip funktioniert im Winter also bedingt. Und: auch Pferde rutschen auf gefrorenen Pfützen aus!

*Sichtbarkeit
Aufgrund der Dunkelheit am Morgen und bereits am späten Nachmittag, bei Nebel, Regen... sind Mensch und Tier oft erst im letzten Moment zu sehen. Helle Kleidung, Leuchthalsbänder, Blinklichter an Halsbändern, Hundemänteln, Pferdedecken... all das sollte zur Grundausstattung für den Aufenthalt im Freien selbstverständlich sein.

Es hilft Autofahrern zu erkennen, mit welcher Art "Hindernis" er es zu tun hat (Anbringung auch dort, wo einschätzbar wird, wie groß euer Tier ist), aber auch Spaziergängern mit anderen Tieren, wer noch unterwegs ist. Deshalb genügen oft die Leuchtelemente der Outdoorbekleidung, die dort meist schon integriert ist, nicht und man sollte zu Leuchtarmbändern. Stirnlampen, Leuchtelementen an den Schuhen... greifen, sofern das dort, wo man unterwegs ist, sinnvoll ist.

Beobachtet selbst, wie spät man andere erkennt, wenn die Sicht schlecht wird.

Was kann humans and pets?

humans and pets entsteht, als für unser Bedürfnis, Gesundsein und Gesundwerden ganzheitlicher zu sehen, unser eigener Umkreis nicht mehr ausreichend scheint, wir zu glauben beginnen, dass mehr Menschen und ihre Tiere ein veränderter Blickwinkel gut tun könnte.

Einmal damit begonnen, Symptome, Befindlichkeiten, Ereignisse... aus einem breiter angelegten Blickwinkel zu betrachten, kann man es sich kaum vorstellen, warum man sich bisher beispielsweise damit zufrieden gegeben hat, regelmässig wiederkehrend gegen Magenprobleme anzugehen... zu wissen, dass sich alles wiederholt, ohne darüber nachzudenken, ob ein Plan B das Thema vom Tisch holen könnte.

Für Plan B ist humans and pets eine recht gute Idee, weil  es sich immer lohnt, Symptome versuchsweise einmal anders zu betrachten, ein paar Fragen mehr zu stellen und damit den einen oder anderen Aha-Moment geschenkt zu bekommen. Wir lieben es, in alle Richtungen zu denken, grundsätzlich nichts für unmöglich zu halten, Möglichkeiten abzuwägen und die Natur zu nutzen, um den Körper in Balance zu bringen.

Unser Blog sollte sich mit der Zeit mit Beispielen aus unserem Alltag füllen. Unserem privaten, zu dem ausser den Menschen unsere Katzen, Pferde und Hunde gehören, und den Fällen, in dem wir unser Wissen dafür nutzen konnten, die Probleme von Mensch und/oder Tier zu lösen, die bisher mit reiner Symptombetrachtung keine Lösung finden konnten.

Uns hilft dabei neben unserem eigenen Wissen auch die Vernetzung mit Menschen, deren Fähigkeiten über das hinaus gehen, was wir leisten können und deren Möglichkeiten eine Alternative oder Ergänzung zu dem sein können, was wir wissen. Unser Horizont endet also nicht bei uns.

Und was das Ganze soll? Im besten Falle Eigenermächtigung... nehr Freiheit darin, entscheiden zu können, was für euch und eurer Tier der richtige Schritt sein könnte, mehr Wissen, um Dinge einzuordnen, etwas mehr Mut, neben der üblichen Stecke zu laufen aber mit dem Rüstzeug, das sicher zu tun bzw. dem Wissen, wo ihr Hilfe bekommen könnt, die euch unterstützt. Wir wünschen uns die richtigen Fragen (oder überhupt mehr Fragen?), das Erkennen von Zuammenhängen und das Nutzen der einfachen Lösungen, die uns eben schon oft die Natur bietet... deshalb naturgesund.

Viele Tiere in der Zeit um Silvester: sie zittern, hecheln, speicheln, flüchten, sind orientierungslos und voller Angst, ausgelöst durch unvermitteltes Knallen und Zischen der Feuerwerkskörper, das die Tiere nicht zuordnen können und sie deshalb unter Stress setzen.
Der mit den Knallgeräuschen verbundener Schreck kann starke physische Schmerzen verursachen und dadurch die Angst noch verstärken, weil der natürliche Drang zur Flucht nicht möglich ist
Besonders problematisch kann Silvester für Tiere mit Schmerzen aufgrund einer Erkrankung sein. Der Schmerz an sich sorgt schon für Verkrampfungen der Muskulatur. Silvester verstärkt das alles.

Verhalten von Hunden bei Geräuschangst
Starkes Hecheln
Zittern, Verstecken, Unruhe, Fluchtversuche
Zerstörungswut, Selbstverletzung, Beißen
Futterverweigerung, Durchfall
anhaltendes hochfrequentes Bellen

Manches kann man trainieren, (allerdings nicht zwischen Weihnachten und Silvester...)
Den Umgang mit plötzlichen lauten Geräuschen ist nicht nur ein Silvesterthema, sondern hilft euch bei Gewittern, privaten Feuerwerken, ungewohnten Umweltgeräuschen...
*schafft Sicherheitszonen, damit sich das Tier zurückziehen kann (offene Box)
*Kauartikel zur Entspannung (manche Tiere nehmen diese unter Stress nicht an)
*ätherische Öle (Tiere am besten vorher an die Verwendung gewöhnen und größtmögliche Umsicht bei der Nutzung)
*isometrische Übungen (vorher bereits trainiert)
*Rolläden runter, Fenster zu
*Gassirunden für Hunde planen (Leine am Hund!!), Freigänger (Katzen) bleiben im Haus
*Thundershirt (Beruhigungsweste),wenn euer Hund das toleriert und kennt
*notfalls /(z.B. für ältere Tiere): Pullermatte im Haus
Und... Watte im Ohr... man hört es, aber es scheint uns keine wirklich gute Idee zu sein. Fremdkörper haben in Hunde- und Katzenohren nichts zu suchen. Vielleicht toleriert euer Tier ja Geräuschschutzkopfhörer? Es gibt die verrücktesten Geschichten:)

pflanzliche Unterstützung (meist auch mit Vorlauf)
-bei ausgeprägtem Angstthema mit zeitlichem Vorlauf, ausreichend Wissen und Geduld
-bei Welpen und Junghunden
-ergänzend zu medikamentöser Therapie (Absprache TA bei Kombiversionen)

*Purapep Comfort (Nerven) / auch bei Allergie und Nierenproblemen
auch dauerhaft / auch bei Katzen (auch bei Ortswechsel) / wirkt nach etwa 10-14 Tagen
*Tryptophan (Studie: wirkt an Tag 3 signifikant)
*Vitamin B-Komplex (Nerven)
*Gaba (Nahrungsergänzungsmittel)
beruhigt Gehirn und ZNS
*Anxitane (basiert auf Grünteeextrakt), ähnliche Wirkung wie Gaba
*CBD (enthält Hanföl bis zu 80%), TAMACAN RELAX
*Adaptil, Zerstäuber (gut für gestresste Katzen)
*ätherische Öle (bei Katzen ggf. besser Hydrolate wählen, Hunde: an Öle gewöhnen
*Bachblüten
Medikamente
-bei Panik (Angst potenziert sich, Anlässe werden geringer, wenn man Angst ignoriert)
geläufige Präparate, die der Tierarzt verschreibt:
*Sileo (offiziell für Geräuschangst zugelassen)
*Pexion
*Aprazolam (Pferd: enthemmt nur wenig / angstlösend, wohltuend, mindert Stress
*Diazepam (beachten: macht high,verwirrt, enthemmt...bei unterschwelliger, auch nicht erkannter Aggression gefährlich)
*Acepromazin (NIE... tierschutzrelevant... stellt nur ruhig und das Tier ist in seiner Panik gefangen, nicht geeignet in diesem Kontext)
Alkohol
minmale Mengen Alkohol können tödlich sein
...Bier und Eierlikör landen besser in eurem Magen.

Und nun?
Eine perfekte Idee wäre das Ausweichen auf Gegenden, in denen eher selten ein Feuerwerk gezündet wird. Also Urlaub im Nirgendwo?

Wenn das nicht möglich ist, versucht, vorbereitet zu sein. Unsere Tipps können eine Entscheidungshilfe sein.
Für durchschnittlich ängstliche Tiere wird es genügen, da zu sein. Sorgt für ausreichend Rückzugsmöglichkeiten, nehmt euch Zeit für eure Tiere... das neue Jahr begrüsst sich auch noch eine halbe Stunde später.

Pflanzliche Alternativen sind gute Möglichkeiten, aber keine Allheilmittel. Medikamente sollten gut abgewogen sein und nur eingesetzt werden, wenn sie wirklich gerechtfertigt sind.

Unser persönlicher (Hunde)Tipp:
Hundehöhle, Silvesterabend mit den Hunden, viel Liebe, ruhig bleiben, wenn das Tier verängstigt ist, ätherische Öle als Duftanker und Gittertape auf der Stirn... manchmal endet der Silvesterabend auch auf dem Boden neben der Hundebox, dicht an den Vierbeiner gekuschelt... es gibt schlimmerer Arten das neue Jahr zu begrüßen:)

#böllerciao

Und vielleicht eine gute Idee, das neue Jahr mit einer guten Tat zu vollbringen.... es gibt die Initiative #böllerciao. Nicht, dass Silvester keinen Spaß machen darf, aber es gibt Alternativen.

#böllerciao sollte zumindest bei den Familien Einzug halten, in denen Tiere leben. Wer, wenn nicht sie??

Nach einem halben Blech Schokokuchen im Magen unserer Hündin, gefolgt von Schokokugeln in Silberfolie, Käse jeder Sorte, den eigentlich zum Trocknen für's Pferd beiseite gelegten Brötchen und vielem mehr bleibt die Erkenntnis, dass bei manchen Tieren die Neigung zu Unsinn vielfältig ist.

Eine Zeitlang fühlte es sich wie Verzicht an, genau aus diesem Grund keinen Weihnachtsteler mehr besitzen zu können, aber mittlerweile überwiegt die Erleichterung, denn mein Bedarf nach neuen Erfahrungen hält sich in Grenzen. Jetzt gibt es Schoki aus dem Glas und wir können uns sicher sein, dass nicht der Hund den letzten Lebkuchen im Magen hat.

Hier einmal versucht geordnet das, was je nach Lust eures Tieres alles schwierig werden kann... aber eben auch nicht muss, weil es ja auch die gibt, die nie zu Klauattacken neigen.
(Ob euer Tier also gefährdet ist, wisst nur ihr, wobei man auf die eine oder andere Idee ja auch noch gar nicht kam.)

LEBENSMITTEL
*Alkohol, rohe Zwiebeln, Macadamianüsse!/ betrifft: Hund, Katze nicht bekannt
*Xylit (Birkenzucker)...kommt bei uns gar nicht erst ins Haus / betrifft: Hunde
*Süßstoff, Zahnpasta, Kaugummis, Bonbons, Marmeladen...
*(gefüllte) Pralinen, Schokolade, Kakao, dunkle Schokolade, Backwaren(inklusive Verpackung, die oft mit im Magen landet... auch Adventskalender sind ein Thema), Kakaoschalen als Mulch im Garten...
*Geflügel/Weihnachtsgans (Knochen!!...gekocht noch brüchiger)

→Vorsicht bei mitgebrachtem Essen (Xylit, Kakao...)


PFLANZEN
*Allium
*Weihnachtsstern (Saft)
*Mistel (Beeren)
*Christrose
*Amaryllis
*Tannengrün (Nadeln:meachnische Reizung, Harze: ätherische Öle (Katzen!!!)


DEKO
(oft junge Tiere)
*Lametta (alt: bleihaltig)
*Engelshaar
*Glaskugeln
*Sprühschnee (Chemie)
*Geschenkband
*Kerzen (Verbrennungen)


ÄTHERISCHE ÖLE
*Duftkerzen, Diffuser
*Räucherkerzen, Räucherkegel, Duftstäbchen, Raumparfüm, Vaporizer (Verlassen des Raumes gewährleisten)
*Nelke, Teebaum, Eukalyptus, Pfefferminze, Zitrus als starke Öle (Öle: prinzipiell unbedingt hochrein, therapeutisch)
(Mandarinen/Orangen sind als Frucht ungefährlich, weil Katzen, die mit den Ölen ein Problem haben, diese vermutlich frewillig meiden)


VERBRENNUNGEN
*offene Flamme... Kerzen auf der Fensterbank und am Kranz
*Wachstropfen, flüssige Öle
*heisse Getränke im Topf (Glühwein...)


ALLES DRAUSSEN
*Streusalz/Splitt (Pfotenballen, Risse...Keime...Infektionen, Salz in aufgeweichten Pfotenballen, Splitt:mechanische Verletzungen
Symptome: vermehrtes Lecken der Pfoten, seltsamer Gang (deutet auf Schmerzen hin) →Abbruch Spaziergang, Pfoten mit warmem Wasser spülen, mechanische Teile entfernen, Pfoten trocknen, Pfoten mit Pfotenbalsam und Melkfett pflegen (in Maßen,weil Hornhaut wichtig ist), Pfoten auch zwischen den Zehen kontrollieren, ggf. Pfotenschuhe
*Frostschutzmittel (Problem: schmeckt süß... in Pfützen) / Katze: 1,4ml tödlich, Hund: 4,4-6,6ml → Tierarzt, sofort
*Schnee/Eis (keinen Schnee apportieren lassen)
*Streusalz, Enteiser
*starke Kälte (ggf. kürzere Spaziergänge, Hundemäntel bei Tieren mit wenig Fell/Unterwolle/alt/krank)

*Glätte... auch Hunde können ausrutschen (Kreuzbandriss und Co., auch auf glatten Pfützen)


WAS SIND NOTFÄLLE


Vergiftungen
*nicht erbrechen lassen
*Maul auf Reste kontrollieren, ggf.entfernen
*warm halten, ruhig stellen
*was, wann, wie viel, Symptome für den Tierarzt wichtig
→Symptome: Atemnot, Hecheln, mehrfacher Durchfall in kurzer Zeit (mit Blut), Apathie, Krämpfe, Zittern und anderes, für das Tier auffälliges Verhalten

Verbrennungen
*kühlen (feuchtes,fusselfreies Tuch wie Taschentuch oder Geschirrtuch)
*nichts Eiskaltes, keine Salbe, Öle oder Puder
*nicht kratzen lassen,nicht reiben (in Decke einwickeln)
*kein Feuerlöscher bei brennender Rute oder Fellbrand (Gift)...löschenmit Wasser oder Decke, je nach Brandursache
*keine Hausmittel, kein Öl, keine Milch, keine Salzlösungen
*Medikamente aus der Humanmedizin meistens toxisch
*keine Wärmflaschen oder Kühlakkus DIREKT auf das Tier
*Vorsicht vor Überhitzung unter Wärmedecken

Unterkühlung
sehr selten, wenn ja, LANGSAM erwärmen

verschluckte Fremdkörper
entfernen und/oder Tierarzt

Verletzungen Knochen/Sehnen

steril abdecken, verbinden, ruhig stellen → Tierarzt

TO DO'S:

*gut zu haben: Nr. des Tierarztes, Notdienst, Tiergiftzentrale
*Infos für den Tierarzt: Tierart, Gewicht, Alter, Vorerkrankungen, ggf. genaue Substanz und Menge, wann, Foto der Substanz oder Original, zur Not Erbrochenes....
*keine Hausmittel nutzen (auch Sauerkrauttipp schwierig, Aktivkohle kann, muss aber nicht wirken)... Problem einschätzen (oft besser TA)
*Erbrechen: 60-120min maximal Zeit, danach wandert alles in den Dünndarm und wird nicht mehr erbrochen→ Tierarzt
*Überblick behalten über das, was rumliegt (um ggf. zu wissen, ob es 1 oder 10 Lebkuchen waren, die rumlagen)... beobachten: setzt Tier Kot ab??
*aus der Kenntnis des Tieres vermuten, was es gefressen hat, wenn man nicht weiss, was es war
*ggf. Giftnotruf