Schon drüber nachgedacht?

Während die kalte Jahreszeit eine Menge Spaß bringen kann, gilt es doch im Leben mit Tieren einiges mehr zu bedenken. Wir haben euch als Gedankenstütze einige Themen zusammengestellt:

*Ernährung
*Futter möglichst anwärmen und warm füttern. Das gilt vor allem für Stalltieren /Pferden in Offenställen und Hunden/Katzen, die die meiste Zeit draußen sind.
*gute, hilfreiche Futterzusätze: Hagebutte, Beeren, Zistrose, Fenchel, rote Beete, Tee, Kurkuma, Honig... (auch super für den Menschen)
*Katzen: warmes Wasser mit einem Schuss warmer Milch (laktosefrei) wärmt Freigänger gut auf
*Pferde: Futter warm,Wasser warm (gefrorenes Wasser draußen... trinken zu wenig), (Kräuter)Tee oder Smoothie (Kräutertee Kümmel, Fenchel oder Anis und rote Beete)
*Schwarzkümmelöl (Hunde, Katzen, Pferde) oder Lachsöl (Hunde)

*Hundemantel
Hunden helfen (je nach Rasse, Typ und Dauer/Art des Aufenthaltes draußen) Hundemäntel. Wer sich unangenehm belächelt fühlt, wenn er sich für sein Tier aus persönlichen Gründen dafür entscheidet, darf und sollte gern erklären, wieso das sinnvoll ist. Vielleicht wird das Ganze irgendwann dann so normal wie die Mütze auf dem Kopf wenig behaarter Menschen, lange bevor andere sie tragen?
Wer effektiv denken will,nutzt den Lagenlook... Regenmäntel und dünnere Hundemäntel aus Fleece bringen euch gut durch die Übergangszeit und können auch einzeln genutzt werden. Ein Regenmantel tocknet in der Regel super schnell und kann auch als zusätzlicher Schutz über dem Wintermantel helfen, wenn es draussen taut und fies dreckig wird. (Es gibt da so tierische Zeigenossen, die förmlich auf jede Gelegenheit warten...)
Bekleidung bei Tieren zu hinterfragen macht vorrangig dann Sinn, wenn diese das Tier behindert, einengt, es in seiner (Körper)Wahrnehmung stört oder ein Tier sich prinzipiell dagegen wehrt.

*Pfotenschuhe
Streusalz und Splitt können Schaden an den Pfoten eurer Hunde/Katzen anrichten. Verletzungen an den Pfotenballen können in Infektionen enden, Splitt kann mechanisch reizen/zwischen den Zehen reiben.

Ihr erkennt mögliche Probleme an vermehrtem Lecken der Pfoten oder einem seltsamen Gang. Bei Letzterem ist ein Abbruch des Spazierganges eigentlich Pflicht, wenn die Ursache nicht sofort beseitigt werden kann.

Zu Hause wäre Folgendes denkbar: Pfoten mit warmem Wasser spülen, mechanische Teile entfernen (auch zwischen den Zehen kontrollieren), Pfoten trocknen und mit einem Pfotenbalsam oder Melkfett pflegen (in Maßen,weil Hornhaut wichtig ist).

Bei anfälligen Tieren, Leben in Städten, längeren Spaziergängen oder prinzipiell langen Strecken können Pfotenschuhe eine sehr hilfreiche Sache sein. Auch die Buddler unter den Hunden könnten ggf. davon abgehalten werden,in frostharter Erde zu graben, wenn sie sich dadurch verletzen. Wie immer gilt die Verhältnismäßigkeit... nicht alles gilt für alle Tiere.

*chemische Gefahren
*Frostschutzmittel (schmeckt süß), Streusalz, Enteiser und Co. können bei Tauwetter zum Problem werden... Pfützenschlecken, das eh problematisch ist, sollte im Winter besonders dort, wo Winterdienst betrieben wird, komplett tabu sein.

Auch Schneebälle, die manche Hunde gern fangen und fressen, enthalten alles, was sich im Schnee (Strassenränder) so ablagert. Ab und an auf Wiesen oder im Wald macht ein solches Spielchen aber dennoch riesig Spaß.*Streusalz, Enteiser

*Glätte
A
uch Hunde können ausrutschen. Ein plötzlicher Sprint bei Hundebegegnungen, ein Hüpfer bei einem Schreck, ein Spurt über einen gefrorenen Teich... all das führt nicht nur beim Menschen zu Zerrungen und Co. Das Allradprinzip funktioniert im Winter also bedingt. Und: auch Pferde rutschen auf gefrorenen Pfützen aus!

*Sichtbarkeit
Aufgrund der Dunkelheit am Morgen und bereits am späten Nachmittag, bei Nebel, Regen... sind Mensch und Tier oft erst im letzten Moment zu sehen. Helle Kleidung, Leuchthalsbänder, Blinklichter an Halsbändern, Hundemänteln, Pferdedecken... all das sollte zur Grundausstattung für den Aufenthalt im Freien selbstverständlich sein.

Es hilft Autofahrern zu erkennen, mit welcher Art "Hindernis" er es zu tun hat (Anbringung auch dort, wo einschätzbar wird, wie groß euer Tier ist), aber auch Spaziergängern mit anderen Tieren, wer noch unterwegs ist. Deshalb genügen oft die Leuchtelemente der Outdoorbekleidung, die dort meist schon integriert ist, nicht und man sollte zu Leuchtarmbändern. Stirnlampen, Leuchtelementen an den Schuhen... greifen, sofern das dort, wo man unterwegs ist, sinnvoll ist.

Beobachtet selbst, wie spät man andere erkennt, wenn die Sicht schlecht wird.

Nach einem halben Blech Schokokuchen im Magen unserer Hündin, gefolgt von Schokokugeln in Silberfolie, Käse jeder Sorte, den eigentlich zum Trocknen für's Pferd beiseite gelegten Brötchen und vielem mehr bleibt die Erkenntnis, dass bei manchen Tieren die Neigung zu Unsinn vielfältig ist.

Eine Zeitlang fühlte es sich wie Verzicht an, genau aus diesem Grund keinen Weihnachtsteler mehr besitzen zu können, aber mittlerweile überwiegt die Erleichterung, denn mein Bedarf nach neuen Erfahrungen hält sich in Grenzen. Jetzt gibt es Schoki aus dem Glas und wir können uns sicher sein, dass nicht der Hund den letzten Lebkuchen im Magen hat.

Hier einmal versucht geordnet das, was je nach Lust eures Tieres alles schwierig werden kann... aber eben auch nicht muss, weil es ja auch die gibt, die nie zu Klauattacken neigen.
(Ob euer Tier also gefährdet ist, wisst nur ihr, wobei man auf die eine oder andere Idee ja auch noch gar nicht kam.)

LEBENSMITTEL
*Alkohol, rohe Zwiebeln, Macadamianüsse!/ betrifft: Hund, Katze nicht bekannt
*Xylit (Birkenzucker)...kommt bei uns gar nicht erst ins Haus / betrifft: Hunde
*Süßstoff, Zahnpasta, Kaugummis, Bonbons, Marmeladen...
*(gefüllte) Pralinen, Schokolade, Kakao, dunkle Schokolade, Backwaren(inklusive Verpackung, die oft mit im Magen landet... auch Adventskalender sind ein Thema), Kakaoschalen als Mulch im Garten...
*Geflügel/Weihnachtsgans (Knochen!!...gekocht noch brüchiger)

→Vorsicht bei mitgebrachtem Essen (Xylit, Kakao...)


PFLANZEN
*Allium
*Weihnachtsstern (Saft)
*Mistel (Beeren)
*Christrose
*Amaryllis
*Tannengrün (Nadeln:meachnische Reizung, Harze: ätherische Öle (Katzen!!!)


DEKO
(oft junge Tiere)
*Lametta (alt: bleihaltig)
*Engelshaar
*Glaskugeln
*Sprühschnee (Chemie)
*Geschenkband
*Kerzen (Verbrennungen)


ÄTHERISCHE ÖLE
*Duftkerzen, Diffuser
*Räucherkerzen, Räucherkegel, Duftstäbchen, Raumparfüm, Vaporizer (Verlassen des Raumes gewährleisten)
*Nelke, Teebaum, Eukalyptus, Pfefferminze, Zitrus als starke Öle (Öle: prinzipiell unbedingt hochrein, therapeutisch)
(Mandarinen/Orangen sind als Frucht ungefährlich, weil Katzen, die mit den Ölen ein Problem haben, diese vermutlich frewillig meiden)


VERBRENNUNGEN
*offene Flamme... Kerzen auf der Fensterbank und am Kranz
*Wachstropfen, flüssige Öle
*heisse Getränke im Topf (Glühwein...)


ALLES DRAUSSEN
*Streusalz/Splitt (Pfotenballen, Risse...Keime...Infektionen, Salz in aufgeweichten Pfotenballen, Splitt:mechanische Verletzungen
Symptome: vermehrtes Lecken der Pfoten, seltsamer Gang (deutet auf Schmerzen hin) →Abbruch Spaziergang, Pfoten mit warmem Wasser spülen, mechanische Teile entfernen, Pfoten trocknen, Pfoten mit Pfotenbalsam und Melkfett pflegen (in Maßen,weil Hornhaut wichtig ist), Pfoten auch zwischen den Zehen kontrollieren, ggf. Pfotenschuhe
*Frostschutzmittel (Problem: schmeckt süß... in Pfützen) / Katze: 1,4ml tödlich, Hund: 4,4-6,6ml → Tierarzt, sofort
*Schnee/Eis (keinen Schnee apportieren lassen)
*Streusalz, Enteiser
*starke Kälte (ggf. kürzere Spaziergänge, Hundemäntel bei Tieren mit wenig Fell/Unterwolle/alt/krank)

*Glätte... auch Hunde können ausrutschen (Kreuzbandriss und Co., auch auf glatten Pfützen)


WAS SIND NOTFÄLLE


Vergiftungen
*nicht erbrechen lassen
*Maul auf Reste kontrollieren, ggf.entfernen
*warm halten, ruhig stellen
*was, wann, wie viel, Symptome für den Tierarzt wichtig
→Symptome: Atemnot, Hecheln, mehrfacher Durchfall in kurzer Zeit (mit Blut), Apathie, Krämpfe, Zittern und anderes, für das Tier auffälliges Verhalten

Verbrennungen
*kühlen (feuchtes,fusselfreies Tuch wie Taschentuch oder Geschirrtuch)
*nichts Eiskaltes, keine Salbe, Öle oder Puder
*nicht kratzen lassen,nicht reiben (in Decke einwickeln)
*kein Feuerlöscher bei brennender Rute oder Fellbrand (Gift)...löschenmit Wasser oder Decke, je nach Brandursache
*keine Hausmittel, kein Öl, keine Milch, keine Salzlösungen
*Medikamente aus der Humanmedizin meistens toxisch
*keine Wärmflaschen oder Kühlakkus DIREKT auf das Tier
*Vorsicht vor Überhitzung unter Wärmedecken

Unterkühlung
sehr selten, wenn ja, LANGSAM erwärmen

verschluckte Fremdkörper
entfernen und/oder Tierarzt

Verletzungen Knochen/Sehnen

steril abdecken, verbinden, ruhig stellen → Tierarzt

TO DO'S:

*gut zu haben: Nr. des Tierarztes, Notdienst, Tiergiftzentrale
*Infos für den Tierarzt: Tierart, Gewicht, Alter, Vorerkrankungen, ggf. genaue Substanz und Menge, wann, Foto der Substanz oder Original, zur Not Erbrochenes....
*keine Hausmittel nutzen (auch Sauerkrauttipp schwierig, Aktivkohle kann, muss aber nicht wirken)... Problem einschätzen (oft besser TA)
*Erbrechen: 60-120min maximal Zeit, danach wandert alles in den Dünndarm und wird nicht mehr erbrochen→ Tierarzt
*Überblick behalten über das, was rumliegt (um ggf. zu wissen, ob es 1 oder 10 Lebkuchen waren, die rumlagen)... beobachten: setzt Tier Kot ab??
*aus der Kenntnis des Tieres vermuten, was es gefressen hat, wenn man nicht weiss, was es war
*ggf. Giftnotruf