Heute war er plötzlich da... der Durchfall. Die kleine Portion Morgenfutter macht sich direkt wieder auf den Weg aus dem Hund. Dass dieser mit der Fütterung zu tun hat, wage ich zu bezweifeln, wohl eher damit, dass die letzten Wochen eh etwas turbulent waren und Magen/Darm beteiligt.

Also macht es vorerst wenig Sinn, sich kriminalistisch auf die Suche zu machen. Ich behalte Zeit und Futter im Kopf und entschließe mich, den Rest Möhren vom Wochenende vorsorglich in eine Morosche Möhrensuppe zu verwandeln. Ursprünglich für Kinder gedacht, ist sie eines der Hausmittel, dessen Rezept ihr gleich im Kopf speichern könnt, auch für den Menschen.

Bei Mensch und Tier muss Durchfall nicht unbedingt sofort ein Grund zur Panik sein... das Futter ist etwas zu kalt für deinen Hund in dem Moment, er reagiert auf  Stress von außen... für`s Erste genügen Hausmittel, vor allem, wenn das Tier ansonsten in einem guten Allgemeinzustand ist, Appetit hat, sich normal verhält.

Auch gut (oder in Kombi): Hühnersuppe... (wie die Möhrensuppe mit antibakterieller Wirkung) macht euch für ein krankes Tier unbedingt die Mühe, das Hühnchen vom lokalen Bauern zu beziehen, kocht es in Ruhe, bis sich das Fleisch fast von allein löst und gebt dieses (und ein wenig Hühnerbrühe) mit in die Möhrensuppe. So manchen Möhrenmäkler bekommt ihr so dazu, die Möhrensuppe zu mögen.
Hühnchen und Suppe könnt ihr in den nächsten Tagen immer wieder als kleine Zwischenmahlzeit füttern (die Suppe in Wasser gegeben sichert die Flüssigkeitszufuhr) oder gebt sie zum regulären Futter, wenn sich das Durchfallthema nach 1-2 Tagen geklärt hat (länger anhaltender Durchfall gehört unbedingt abgeklärt und bitte achtet auf Flüssigkeitszufuhr).


In die Morosche Möhrensuppe gehört:

Möhren und Wasser im Verhältnis 1:2 (500g Möhren + 1l Wasser)
1EL Salz (Salz bei Tieren mit Nierenproblemen abklären)


Schneidet die geschälten Möhren in kleine Stücke und lasst sie für 1,5h sanft vor sich hinköcheln. Die Dauer ist grundlegend, weil sich nur dann die für die Wirkung notwendigen Zuckermoleküle bilden, an die sich die Bakterien dann heften und ausgeschieden werden. So bleibt die Darmwand geschützt und mit etwas Glück ist der Durchfall schnell Geschichte.
Die Möhrenstücke werden nach der Kochzeit püriert (das Kochwasser abgießen und aufheben) und mit dem Kochwasser auf eta 1l Flüssigkeit aufgegossen. Die Möhrensuppe soll sich wie dicke Buttermilch anfühlen. 1 TL Salz dazu und dann die etwas abgekühlte Suppe über den Tag hinweg verfüttern.

Für mittlere Hunde reicht diese Menge für etwa 2 Tage, je nachdem, wie der Hund die Suppe annimmt. Sie kann auch Teil der normalen Fütterung sein oder wie beschrieben mit Hühnchen (oder auch etwas Reis) aufgepimpt werden, um ggf. lieber gemocht zu werden. Wer für den Notfall vorbereitet sein will, kocht gleich die doppelte Menge und gefriert eine Portion davon ein... für Mensch UND Tier...

Die Möhrensuppe gibt es auch fertig in der Dose zu kaufen, ein findiger Futtermittelhersteller macht sich die lange Kochzeit zunutze. Wir stehen auf Selbermachen, weil die dicke Portion Liebe in der Suppe durchaus eine Rolle spielen könnte:)

Noch ein Tipp für die (verantwortungsvollen) Nutzer von ätherischen Ölen:
Habt ihr Lavendel und Fechel in eurem Vorrat, kann das die Situation unterstützen. Beide Öle beruhigen... das Nervensystem und das Verdauungsystem und bringen helfen, Balance herzustellen. Am besten beide Öle stark verdünnt mit Trägeröl am Hundemenschen.. das löst eine ggf. vorhandene Stresssituation und hilft indirekt über Duft und energetisch dem Hund. Alternativ könnt ihr eine stark verdünnte Ölmischung auf ein Tuch tropfen (1 Tropfen Mischung reicht) und als Duftanker in dr Nähe des Hundes deponieren... er sollte die Wahl haben, den Ort zu wechseln. Meidet er stark... weg mit dem Tuch. Ätherische Öle dürfen niemals Zwang sein und besonders Tiere ohne eine gewisse Öleerfahrung fühlen sich schnell überfordert. (Katzen übrigens in derselben Situation niemals direkt mit den Ölen konfrontieren, sie maximal als eine Art "Duftraum" anbieten, das Verlassen des Raumes ermöglichen und noch stärker verdünnen.)

 

 

Schon drüber nachgedacht?

Während die kalte Jahreszeit eine Menge Spaß bringen kann, gilt es doch im Leben mit Tieren einiges mehr zu bedenken. Wir haben euch als Gedankenstütze einige Themen zusammengestellt:

*Ernährung
*Futter möglichst anwärmen und warm füttern. Das gilt vor allem für Stalltieren /Pferden in Offenställen und Hunden/Katzen, die die meiste Zeit draußen sind.
*gute, hilfreiche Futterzusätze: Hagebutte, Beeren, Zistrose, Fenchel, rote Beete, Tee, Kurkuma, Honig... (auch super für den Menschen)
*Katzen: warmes Wasser mit einem Schuss warmer Milch (laktosefrei) wärmt Freigänger gut auf
*Pferde: Futter warm,Wasser warm (gefrorenes Wasser draußen... trinken zu wenig), (Kräuter)Tee oder Smoothie (Kräutertee Kümmel, Fenchel oder Anis und rote Beete)
*Schwarzkümmelöl (Hunde, Katzen, Pferde) oder Lachsöl (Hunde)

*Hundemantel
Hunden helfen (je nach Rasse, Typ und Dauer/Art des Aufenthaltes draußen) Hundemäntel. Wer sich unangenehm belächelt fühlt, wenn er sich für sein Tier aus persönlichen Gründen dafür entscheidet, darf und sollte gern erklären, wieso das sinnvoll ist. Vielleicht wird das Ganze irgendwann dann so normal wie die Mütze auf dem Kopf wenig behaarter Menschen, lange bevor andere sie tragen?
Wer effektiv denken will,nutzt den Lagenlook... Regenmäntel und dünnere Hundemäntel aus Fleece bringen euch gut durch die Übergangszeit und können auch einzeln genutzt werden. Ein Regenmantel tocknet in der Regel super schnell und kann auch als zusätzlicher Schutz über dem Wintermantel helfen, wenn es draussen taut und fies dreckig wird. (Es gibt da so tierische Zeigenossen, die förmlich auf jede Gelegenheit warten...)
Bekleidung bei Tieren zu hinterfragen macht vorrangig dann Sinn, wenn diese das Tier behindert, einengt, es in seiner (Körper)Wahrnehmung stört oder ein Tier sich prinzipiell dagegen wehrt.

*Pfotenschuhe
Streusalz und Splitt können Schaden an den Pfoten eurer Hunde/Katzen anrichten. Verletzungen an den Pfotenballen können in Infektionen enden, Splitt kann mechanisch reizen/zwischen den Zehen reiben.

Ihr erkennt mögliche Probleme an vermehrtem Lecken der Pfoten oder einem seltsamen Gang. Bei Letzterem ist ein Abbruch des Spazierganges eigentlich Pflicht, wenn die Ursache nicht sofort beseitigt werden kann.

Zu Hause wäre Folgendes denkbar: Pfoten mit warmem Wasser spülen, mechanische Teile entfernen (auch zwischen den Zehen kontrollieren), Pfoten trocknen und mit einem Pfotenbalsam oder Melkfett pflegen (in Maßen,weil Hornhaut wichtig ist).

Bei anfälligen Tieren, Leben in Städten, längeren Spaziergängen oder prinzipiell langen Strecken können Pfotenschuhe eine sehr hilfreiche Sache sein. Auch die Buddler unter den Hunden könnten ggf. davon abgehalten werden,in frostharter Erde zu graben, wenn sie sich dadurch verletzen. Wie immer gilt die Verhältnismäßigkeit... nicht alles gilt für alle Tiere.

*chemische Gefahren
*Frostschutzmittel (schmeckt süß), Streusalz, Enteiser und Co. können bei Tauwetter zum Problem werden... Pfützenschlecken, das eh problematisch ist, sollte im Winter besonders dort, wo Winterdienst betrieben wird, komplett tabu sein.

Auch Schneebälle, die manche Hunde gern fangen und fressen, enthalten alles, was sich im Schnee (Strassenränder) so ablagert. Ab und an auf Wiesen oder im Wald macht ein solches Spielchen aber dennoch riesig Spaß.*Streusalz, Enteiser

*Glätte
A
uch Hunde können ausrutschen. Ein plötzlicher Sprint bei Hundebegegnungen, ein Hüpfer bei einem Schreck, ein Spurt über einen gefrorenen Teich... all das führt nicht nur beim Menschen zu Zerrungen und Co. Das Allradprinzip funktioniert im Winter also bedingt. Und: auch Pferde rutschen auf gefrorenen Pfützen aus!

*Sichtbarkeit
Aufgrund der Dunkelheit am Morgen und bereits am späten Nachmittag, bei Nebel, Regen... sind Mensch und Tier oft erst im letzten Moment zu sehen. Helle Kleidung, Leuchthalsbänder, Blinklichter an Halsbändern, Hundemänteln, Pferdedecken... all das sollte zur Grundausstattung für den Aufenthalt im Freien selbstverständlich sein.

Es hilft Autofahrern zu erkennen, mit welcher Art "Hindernis" er es zu tun hat (Anbringung auch dort, wo einschätzbar wird, wie groß euer Tier ist), aber auch Spaziergängern mit anderen Tieren, wer noch unterwegs ist. Deshalb genügen oft die Leuchtelemente der Outdoorbekleidung, die dort meist schon integriert ist, nicht und man sollte zu Leuchtarmbändern. Stirnlampen, Leuchtelementen an den Schuhen... greifen, sofern das dort, wo man unterwegs ist, sinnvoll ist.

Beobachtet selbst, wie spät man andere erkennt, wenn die Sicht schlecht wird.

Nach einem halben Blech Schokokuchen im Magen unserer Hündin, gefolgt von Schokokugeln in Silberfolie, Käse jeder Sorte, den eigentlich zum Trocknen für's Pferd beiseite gelegten Brötchen und vielem mehr bleibt die Erkenntnis, dass bei manchen Tieren die Neigung zu Unsinn vielfältig ist.

Eine Zeitlang fühlte es sich wie Verzicht an, genau aus diesem Grund keinen Weihnachtsteler mehr besitzen zu können, aber mittlerweile überwiegt die Erleichterung, denn mein Bedarf nach neuen Erfahrungen hält sich in Grenzen. Jetzt gibt es Schoki aus dem Glas und wir können uns sicher sein, dass nicht der Hund den letzten Lebkuchen im Magen hat.

Hier einmal versucht geordnet das, was je nach Lust eures Tieres alles schwierig werden kann... aber eben auch nicht muss, weil es ja auch die gibt, die nie zu Klauattacken neigen.
(Ob euer Tier also gefährdet ist, wisst nur ihr, wobei man auf die eine oder andere Idee ja auch noch gar nicht kam.)

LEBENSMITTEL
*Alkohol, rohe Zwiebeln, Macadamianüsse!/ betrifft: Hund, Katze nicht bekannt
*Xylit (Birkenzucker)...kommt bei uns gar nicht erst ins Haus / betrifft: Hunde
*Süßstoff, Zahnpasta, Kaugummis, Bonbons, Marmeladen...
*(gefüllte) Pralinen, Schokolade, Kakao, dunkle Schokolade, Backwaren(inklusive Verpackung, die oft mit im Magen landet... auch Adventskalender sind ein Thema), Kakaoschalen als Mulch im Garten...
*Geflügel/Weihnachtsgans (Knochen!!...gekocht noch brüchiger)

→Vorsicht bei mitgebrachtem Essen (Xylit, Kakao...)


PFLANZEN
*Allium
*Weihnachtsstern (Saft)
*Mistel (Beeren)
*Christrose
*Amaryllis
*Tannengrün (Nadeln:meachnische Reizung, Harze: ätherische Öle (Katzen!!!)


DEKO
(oft junge Tiere)
*Lametta (alt: bleihaltig)
*Engelshaar
*Glaskugeln
*Sprühschnee (Chemie)
*Geschenkband
*Kerzen (Verbrennungen)


ÄTHERISCHE ÖLE
*Duftkerzen, Diffuser
*Räucherkerzen, Räucherkegel, Duftstäbchen, Raumparfüm, Vaporizer (Verlassen des Raumes gewährleisten)
*Nelke, Teebaum, Eukalyptus, Pfefferminze, Zitrus als starke Öle (Öle: prinzipiell unbedingt hochrein, therapeutisch)
(Mandarinen/Orangen sind als Frucht ungefährlich, weil Katzen, die mit den Ölen ein Problem haben, diese vermutlich frewillig meiden)


VERBRENNUNGEN
*offene Flamme... Kerzen auf der Fensterbank und am Kranz
*Wachstropfen, flüssige Öle
*heisse Getränke im Topf (Glühwein...)


ALLES DRAUSSEN
*Streusalz/Splitt (Pfotenballen, Risse...Keime...Infektionen, Salz in aufgeweichten Pfotenballen, Splitt:mechanische Verletzungen
Symptome: vermehrtes Lecken der Pfoten, seltsamer Gang (deutet auf Schmerzen hin) →Abbruch Spaziergang, Pfoten mit warmem Wasser spülen, mechanische Teile entfernen, Pfoten trocknen, Pfoten mit Pfotenbalsam und Melkfett pflegen (in Maßen,weil Hornhaut wichtig ist), Pfoten auch zwischen den Zehen kontrollieren, ggf. Pfotenschuhe
*Frostschutzmittel (Problem: schmeckt süß... in Pfützen) / Katze: 1,4ml tödlich, Hund: 4,4-6,6ml → Tierarzt, sofort
*Schnee/Eis (keinen Schnee apportieren lassen)
*Streusalz, Enteiser
*starke Kälte (ggf. kürzere Spaziergänge, Hundemäntel bei Tieren mit wenig Fell/Unterwolle/alt/krank)

*Glätte... auch Hunde können ausrutschen (Kreuzbandriss und Co., auch auf glatten Pfützen)


WAS SIND NOTFÄLLE


Vergiftungen
*nicht erbrechen lassen
*Maul auf Reste kontrollieren, ggf.entfernen
*warm halten, ruhig stellen
*was, wann, wie viel, Symptome für den Tierarzt wichtig
→Symptome: Atemnot, Hecheln, mehrfacher Durchfall in kurzer Zeit (mit Blut), Apathie, Krämpfe, Zittern und anderes, für das Tier auffälliges Verhalten

Verbrennungen
*kühlen (feuchtes,fusselfreies Tuch wie Taschentuch oder Geschirrtuch)
*nichts Eiskaltes, keine Salbe, Öle oder Puder
*nicht kratzen lassen,nicht reiben (in Decke einwickeln)
*kein Feuerlöscher bei brennender Rute oder Fellbrand (Gift)...löschenmit Wasser oder Decke, je nach Brandursache
*keine Hausmittel, kein Öl, keine Milch, keine Salzlösungen
*Medikamente aus der Humanmedizin meistens toxisch
*keine Wärmflaschen oder Kühlakkus DIREKT auf das Tier
*Vorsicht vor Überhitzung unter Wärmedecken

Unterkühlung
sehr selten, wenn ja, LANGSAM erwärmen

verschluckte Fremdkörper
entfernen und/oder Tierarzt

Verletzungen Knochen/Sehnen

steril abdecken, verbinden, ruhig stellen → Tierarzt

TO DO'S:

*gut zu haben: Nr. des Tierarztes, Notdienst, Tiergiftzentrale
*Infos für den Tierarzt: Tierart, Gewicht, Alter, Vorerkrankungen, ggf. genaue Substanz und Menge, wann, Foto der Substanz oder Original, zur Not Erbrochenes....
*keine Hausmittel nutzen (auch Sauerkrauttipp schwierig, Aktivkohle kann, muss aber nicht wirken)... Problem einschätzen (oft besser TA)
*Erbrechen: 60-120min maximal Zeit, danach wandert alles in den Dünndarm und wird nicht mehr erbrochen→ Tierarzt
*Überblick behalten über das, was rumliegt (um ggf. zu wissen, ob es 1 oder 10 Lebkuchen waren, die rumlagen)... beobachten: setzt Tier Kot ab??
*aus der Kenntnis des Tieres vermuten, was es gefressen hat, wenn man nicht weiss, was es war
*ggf. Giftnotruf